Stimmen


Koordinaten des Eigenen

Nichts gehört mir so wie meine Stimme.
Wenn ich spreche,
sage ich meine Meinung.
Wenn ich singe,
zeige ich mein Herz.


Was war zuerst: Gesang oder Gespräch? Niemand weiß, warum, aber überall auf der Welt wird gesungen! Im Opernhaus als zentralem Ort für Gesang in Hannover widmen wir uns den verschiedensten Ausdrucksformen der Stimme – dazu gehören Musikgenres, die aus anderen Kulturen stammen, ebenso wie szenische Performance-Formate, Workshops und Vorträge. Allen gemein ist eine Begeisterung für den ureigenen Ausdruck des Gesangs, der aus der Mitte unserer Körper und unseres Lebens entsteht. 
    Die Veranstaltungen der Stimmen-Reihe laden ein, im Anderen das Eigene zu erkennen und entstehen in Kooperation mit Partnern wie dem Musikland Niedersachsen oder dem Center for World Music der Universiwtät Hildesheim. Vokale Techniken aus anderen Traditionen und jenseits des klassischen Gesangs bekommen so einen Klangraum im Zentrum der Stadt.
    Der Gesang als universale Quelle menschlichen Ausdrucks wird zum Verbindungspunkt der kulturellen Vielstimmigkeit: Singen als Erzählung, als Gefühlsausdruck, als Kontaktaufnahme. Wir freuen uns auf Konzerte aus dem türkisch-arabischen Kulturkreis ebenso wie auf Wiegenlieder in verschiedenen Sprachen und verbinden die klanglichen Koordinaten mit den Hilfsmitteln von Psychologie, Soziologie, Ethnologie und Kulturgeschichte zu spielerischen Formaten – um zu erhellen, warum der Mensch singt.
    Die Reihe sucht die Koordinaten des Eigenen, erforscht stimmliche Identität und Zugehörigkeit, die Körpermitte als Stimmsitz und den Gesang als elementare Kraft. Dabei reagieren die Stimmen auf das Spielzeitmotto von den Koordinaten des Anderen.  Während das Publikum in den Figuren der Operninszenierungen auf der großen Bühne Außenseiter*innen, Fremdlinge und Unangepasste erlebt, wird in dieser intimeren Nebenreihe ein direkter Kontakt zwischen allen Anwesenden geschaffen – durch den Gesang.

Mit freundlicher Unterstüztung: Stiftung Niedersachsen